Mark und ich hatten uns beim Römerlauf kennengelernt. Eine Woche später haben wir uns in Graz am Murweg getroffen. Dort laufen viele Menschen am Fluss entlang und die Strecke ist offenbar bei vielen Grazern zum Laufen beliebt. Wir hatten uns erst darauf geeinigt eine Teststrecke von 1 km zu verwenden.

Mark ist dann ganz einfach, mit Laufuhr inklusiv GPS Module ausgestattet, los gerannt und ich fuhr auf dem Fahrrad nebenher. Ich war erstaunt wie viel Druck ich aufbringen musste um mit ihm mithalten zu können, so schnell war er. Und da ich vom Laufen nichts verstehe, habe ich mich ausschließlich auf den Klang konzentriert, den seine Füssen beim Laufen erzeugt haben. Und da habe ich, aufgrund meiner „Musikerohren“, einiges gehört. Besonders ist mir aufgefallen, dass die „Aufsetzgeräusche“ seiner Füssen recht ungleichmäßig waren.

Nachdem Mark den ersten Kilometer gelaufen war, habe ich ihm, in meiner Qualifikation als Musiker, Ratschläge gegeben wie er die „Aufsetzgeräusche“ seiner Füssen gleichmässiger gestalten könne. Ich habe ihm ein Denkmuster vorgezeigt, welches ich auch meinen MusikstudentInnen geben würde, wenn sie eine Stelle in der Musik ungleichmäßig spielen. Wir haben es kurz, weniger als eine Minute, geübt und dann ist Mark nochmals einen Kilometer zurückgelaufen. Nebenbei fahrend hörte ich klar und deutlich, dass die „Aufsetzgeräusche“ viel ausgeglichener wurden und meinte, sein Laufstil sei viel „runder“ als zuvor.

Übers Ziel gekommen, schaute er auf seine Uhr und sagte ganz knapp:
„Bin 18 Sekunden schneller gewesen.“ In diesem Augenblick war acceleraze geboren.